Der Spiegel
Schauspiel von Claude Verlinde: «Der Spiegel», eine giftige Posse
Jahrgang: 2010/2011
Grösse: 600 x 1600cm
Das Bild könnte eine Anspielung auf die weltlichen Machtkämpfe um den Wohlstand sein. Die Menschen werden vom Wind in die gleiche Richtung getrieben, alle wollen so wohlhabend wie möglich sein. Die Bewegung des Vorhangs von links nach rechts (von West nach Ost), der Umzug der Karikaturen im Spiegel machen dieses Bestreben deutlich. Der Spiegel ist hellseherisch, er spiegelt wider, was der menschlichen Ordnung entgeht, z.B. die Lust zum Gleichsein, welche die Geschöpfe vereint. Sie müssen folgen, sie bleiben in der Spur des Gelernten, was auch immer geschieht. Der Spiegel und der Wind sind die Drehpunkte des Geschehens, aber das Gehirn ist der Mittelpunkt. Unter den Figuren des Spiegels befinden sich die «Narren» im Schiff. Das Burleske dieser Bilder der ehemaligen Welt gilt auch für die unsrige. Der Mast des Bootes ist eine Wirbelsäule und das Gehirn stützt den Geist der Bastille, Symbol der Freiheit (Gleichheit und Brüderlichkeit).
Der Spiegel ist von Metropolen umgeben, «Babylons» aus Papier. Sie stellen die Entwicklungsländer oder unterentwickelte Länder dar. Die Worte auf den Papieren der Türme sind zufällig und haben keine eigene Bedeutung. Sie sind vom Wind getrieben und nur
dekorativ, ein fröhliches Gemisch in einem Ozean von Buchstaben, absurd, aber vital.
Dieses seltsame Possenspiel enthält das versteckte Gesicht der Welt, das bisweilen seinen Vorhang hebt. Der Maler unter dem Spiegel filtert seine Ernte.






